Verbandsgemeinderat stellt Weichen für den Ausbau von Freiflächen-Photovoltaik in der Verbandsgemeinde Ulmen


Dank der intensiven Vorarbeit durch den ehemaligen Bürgermeister Alfred Steimers konnte eine fundierte Entscheidungsgrundlage geschaffen werden. Auf dieser Basis erfolgte die umfassende Vorstellung und Bewertung verschiedener Konzepte und Geschäftsmodelle. Diese wurden im Vorfeld in einem gemeinsamen Termin mit Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung, einer eigens gegründeten Arbeitsgruppe, dem Ältestenrat sowie den Ortsbürgermeistern der Standortgemeinden intensiv erörtert. Auch externe Partner, darunter die Raiffeisenbank und das Büro WeSt, waren in den Abstimmungsprozess eingebunden.

Insgesamt sollen rund 100 Hektar Fläche innerhalb der Verbandsgemeinde für die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen bereitgestellt werden. Das ermittelte Flächenpotenzial verteilt sich auf neun Gemeinden. Mit dieser Entscheidung verfolgt der Verbandsgemeinderat das Ziel, die Energiewende vor Ort voranzutreiben und gleichzeitig die Belange der Landwirtschaft sowie den Erhalt des Landschaftsbildes angemessen zu berücksichtigen.

Unter der Voraussetzung, dass alle potenziellen Standortgemeinden ihre Flächen zur Verfügung stellen, kann auf der Gesamtfläche von bis zu 100 Hektar eine installierte Leistung von 131 Megawatt realisiert werden. Daraus ergeben sich voraussichtliche Erträge von etwa einer Million Euro. Aktuell sind bereits mit sechs von neun Gemeinden entsprechende Verträge unterzeichnet.

Ein besonderer Fokus lag bei der Entwicklung des Konzeptes auf einer möglichst hohen regionalen und kommunalen Wertschöpfung. Sämtliche vorgesehenen Photovoltaikflächen befinden sich im kommunalen Eigentum, sodass die beteiligten Gemeinden unmittelbar finanziell von den Projekten profitieren. Ergänzend wurde ein Solidarmodell über die kommunale Energiegesellschaft Vulkanenergie Ulmen AöR erarbeitet. Dieses sieht vor, dass nicht nur die Standortgemeinden, sondern alle Gemeinden der Verbandsgemeinde Ulmen an den Einnahmen beteiligt werden.

Des Weiteren ist eine Bürgerbeteiligung in Form eines Crowdinvestings geplant. Dieses ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern eine einfache finanzielle Beteiligung am Solarpark über eine Online-Plattform. Die Beteiligung ist bereits mit kleineren Summen möglich und erfolgt in Form eines Darlehens mit qualifiziertem Nachrang sowie fester Laufzeit und Verzinsung.

Mit dem gewählten Ansatz zählt die Verbandsgemeinde Ulmen nach der Verbandsgemeinde Zell zur zweiten Verbandsgemeinde im Landkreis, die ein entsprechendes Solidarmodell umsetzt. Die solidarische Einnahmeverteilung stärkt alle Kommunen gleichermaßen, unabhängig davon, ob sie selbst Flächen für Photovoltaikanlagen bereitstellen.

Die generierten Mittel sollen gezielt in die Verbesserung der kommunalen Infrastruktur investiert werden, insbesondere in die Ausstattung und Weiterentwicklung der in der Trägerschaft der Verbandsgemeinde Ulmen befindlichen kommunalen Einrichtungen.

Die Umsetzung der Projekte, einschließlich Errichtung und Betrieb der Anlagen, übernimmt die Enerparc AG. Das in Hamburg ansässige Unternehmen zählt international zu den führenden Akteuren der Branche und hat bereits in der Verbandsgemeinde Zell seine Kompetenz bei der Realisierung vergleichbarer Großprojekte unter Beweis gestellt.

Bürgermeisterin Sandra Hendges-Steffens betont: „Mit dieser Entscheidung gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen und zugleich solidarischen Energiezukunft. Es ist uns gelungen, ökologische Verantwortung mit einer fairen finanziellen Beteiligung aller Gemeinden zu verbinden.“

Mit dem gefassten Beschluss unterstreicht die Verbandsgemeinde Ulmen ihren Anspruch, den Ausbau erneuerbarer Energien aktiv zu gestalten und dabei ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Vernunft zu verbinden.