Interkommunales Gewerbegebiet Alflen


Ende 2018, Anfang 2019 haben bereits die vier Verbandsgemeinderäte und der Kreistag einen Grundsatzbeschluss zur Entwicklung von interkommunalen Gewerbeflächen gefasst. Denn der Landkreis Cochem-Zell ist als „Gewerbestandort“ zurzeit nicht sichtbar. Es gab und gibt bislang kein ausreichendes Angebot an sofort verfügbaren, vermarktungsfähigen Flächen. Somit können aktuell Anfragen von Unternehmen oder Maklerbüros nur mit Zeitverzug und nicht in der gebotenen Qualität beantwortet werden.

Bereits 2016 hatte eine Unternehmensbefragung ergeben, dass 53% von den 175 teilnehmenden Unternehmen aus dem Landkreis Cochem-Zell keine ausreichende Erweiterungsmöglichkeiten am ihrem damaligen Unternehmensstandort hatten. Auch für größere Unternehmen, die einen höheren Flächenbedarf benötigen, gibt es aktuell keine verfügbaren Flächen. Zudem weist die durchgeführte Gewerbeflächenanalyse und Unternehmensumfrage einen deutlichen Bedarf an Gewerbegrundstücken (58,4 ha) im Landkreis Cochem-Zell auf und offenbart eine Angebotslücke von Flächen in Autobahnnähe (36 ha), denn die Bewertung und Analyse der Gewerbeflächen ergab, dass 92,3 % der im Landkreis verkauften Flächen in Autobahnnähe liegen.

Die steigende Nachfrage an Gewerbeflächen in der Region – was allein die Anfragen im Jahr 2019 von insgesamt über 50 ha belegen - erfordert dringenden Handlungsbedarf im Kreis Cochem-Zell.

Die Stärkung der Wirtschaft durch Schaffung eines qualitativ hochwertigen Angebots an gewerblichen Bauflächen und die einhergehende Schaffung neuer Ausbildungs- und Arbeitsplätze, die zeitgleich der Abwanderung junger Menschen aus dem Landkreis langfristig entgegenwirkt, liegt nun im Fokus des Landkreises Cochem-Zell.

Als Kriterium zur Bewertung der Eignung solcher Flächen wurde neben der ausreichenden Größe zur Deckung des zukünftigen Bedarfs an Neuansiedlungen und Betriebserweiterung u.a. berücksichtigt, dass es sich um öffentliches Eigentum handelt, um die Verkaufsbereitschaft zu marktüblichen Preisen zu gewährleisten. Zudem sollten umwelt- oder wasserschutzrechtliche Konflikte vermieden werden und Flächen mit geeigneter Topografie eine schnelle Entwicklung in einem zeitlich verträglichen Rahmen ermöglichen. Die unmittelbare Nähe zu einem Autobahnanschluss ist unausweichlich, um den Voraussetzungen der Unternehmen zu entsprechen.

Diese Kriterien erfüllt die vom Kreis ins Auge gefasste Fläche für den neuen interkommunalen „Gewerbepark“ in der Gemarkung Alflen und bietet auch zugleich neue Chancen für die Ortsgemeinde: Neben der allgemeinen Steigerung der Attraktivität als Wohnstandort bietet der Gewerbepark die Basis zur Aufrechterhaltung lokaler und die Möglichkeiten zur Schaffung neuer Infrastrukturen.

„Die Bereitstellung von Flächen für die Entwicklung eines interkommunalen Gewerbegebiets ist ein wichtiger Baustein um unsere bestehenden Potenziale konsequent zu nutzen und den bereits vor vielen Jahren eingeschlagenen Weg zur zukunftsfähigen Entwicklung der Ortsgemeinde Alflen fortzusetzen. Die Einnahmen durch das Gewerbegebiet werden nicht nur den finanziellen Handlungsspielraum der Ortsgemeinde verbessern, sondern auch die Attraktivität als Wohnstandort wesentlich erhöhen", so Ortsbürgermeister Schäfer.

Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ulmen, Alfred Steimers, stellte im Rahmen der „Bürger-Information" die positiven Auswirkungen einer höheren Steuereinnahmekraft der Ortsgemeinde dar. Zuwächse werden hier nicht nur durch zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen, sondern auch durch mögliche neue Einwohner erwartet, die sich für Alflen als Wohnort entscheiden könnten.

„Viele Ortsgemeinden in der Verbandsgemeinde Ulmen haben erkannt, dass Gewerbeflächen positive Impulse für die eigene Entwicklung setzen und darüber hinaus auch einen „Demografiegewinn" darstellen, sei es dadurch, wichtige Infrastruktureinrichtungen (z. B. KIGA, Nahversorgung, Schulen) zu erhalten, Leerstände zu vermeiden, den Wert der Immobilien zu erhalten oder zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen", freut sich Alfred Steimers. „Zudem ist die Fläche in Alflen ideal und bietet optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vermarktung".

Auch das Wirtschaftsministerium des Landes Rheinland-Pfalz fördert derartige Entwicklungen und bietet Unterstützung mit einer Erschließungsförderung von bis zu 65% sowie bei der Vermarktung zur Ansiedlung wirtschaftsprägender Unternehmen.

Nach einer öffentlichen „Bürger-Information" im Rahmen einer Gemeinderatssitzung fasste der Gemeinderat auf Basis eines durch das Planungsbüro „WeSt-Stadtplaner" erstellten Planentwurf den Grundsatzbeschluss, Flächen im Umfang von rd. 20 – 22 ha für die Entwicklung von interkommunalen Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig wurde die Kreisverwaltung Cochem-Zell beauftragt, zusammen mit den Verbandsgemeinden und der Ortsgemeinde Alflen ein Organisations- und Finanzierungsmodell zu erarbeiten. Der Gemeinderat, die vier Verbandsgemeinderäte sowie der Landkreis Cochem-Zell setzen auf eine umfassende und transparente Bürgerbeteiligung bei der Umsetzung des interkommunalen Gewerbegebiets.

Damit die Planungen für ein Interkommunales Gewerbegebiet in Alflen vorangehen können, hat der Verbandsgemeinderat Ulmen bereits anlässlich seiner Sitzung vom 07.10.2020 beschlossen mit einem Betrag von 30.000 Euro für die Vorplanungen in Vorlage zu gehen.

Nachdem nun die Kosten für die Erschließung des Gewerbegebietes und auch die Unterhaltung anhand des vorliegenden Bebauungsplanentwurfes grob ermittelt wurden, wird ein beauftragtes Wirtschaftsprüfungsunternehmen einen Finanzierungsplan erstellen.

Weiterhin hat der Gemeinderat der Ortsgemeinde Alflen anlässlich seiner letzten Sitzung den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst und die Verbandsgemeindeverwaltung Ulmen beauftragt das Trägerbeteiligungsverfahren gem. §4 Abs. 1 BauGB durchzuführen.

Sobald diese Ergebnisse vorliegen, können weitere Gespräche mit dem Landkreis Cochem-Zell und den übrigen Verbandsgemeinden hinsichtlich einer kommunalen Zusammenarbeit in einem Zweckverband „Interkommunales Gewerbegebiet“ geführt werden.