„Endlich Licht am Ende des Tunnels“ Auftakt zum Baubeginn am Ulmener Stollen


Doch bis hierhin war es ein langer Weg: 2012 gab die geotechnische Stellungnahme des Geologiedirektors Ansgar Wehinger den Ausschlag für die Idee zur Stollenöffnung. Darin hieß es unter anderem: “Die untertägige Verbindung von zwei Maaren über einen Stollen stellt sowohl aus geologischer Sicht, als auch aus kulturhistorischer Sicht ein einzigartiges Ensemble dar.” Über die folgenden Jahre wurden somit verschiedene Konzepte und Fördermöglichkeiten durchdacht und 2017 schließlich eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Das erfreuliche Ergebnis: Der Stollen kann mit entsprechenden Sicherungsmaßnahmen für die Öffentlichkeit begehbar gemacht werden. Im Oktober 2020 folgte dann die Förderzusage über rund 1,3 Millionen Euro, aus Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Land Rheinland-Pfalz, die auch andere Tourismus-Projekt in Ulmen inkludieren. Nach erfolgter Ausschreibung wurde der Planungsauftrag an das Ingenieurbüro Heitfeld & Schetelig aus Aachen vergeben, die auch zuvor die Machbarkeitsstudie erstellt hatten.

In den Jahren 2020 und 2021 fand die umfangreiche Detailplanung und die Abstimmung mit den einzelnen Fachbehörden statt, darunter Wasser-, Natur- und Denkmalschutz sowie das Landesamt für Geologie und Bergbau, bis dann schließlich im Januar 2022 der Auftrag für die Untertagearbeiten an die Firma Feldhaus GmbH vergeben wurde.

Mit dem Spatenstich vergangene Woche können nun die umfangreichen Bauarbeiten beginnen. Es gibt viel zu tun erklärt Bauleiter Droste bei Besichtigung der Baustelle: „Boden wird abgetragen, Steinschlagnetze werden befestigt, Sicherungsmaßnahmen werden durchgeführt.“ Grundsätzlich ist und bleibt das Ziel, möglichst wenig bauliche Veränderungen am Stollen vorzunehmen, um die einzigartige Atmosphäre und den Charakter des untertätigen Stollens bestmöglich zu erhalten. Gleichzeitig muss jedoch die ausreichende Sicherheit gewährleistet werden, damit Touristen den Stollen selbstständig und ohne Führer passieren können. Weiterhin wird bei Umsetzung der Maßnahme besonderen Wert auf Trinkwasser- und Naturschutzmaßnahmen gelegt, um den Eingriff so gering und naturverträglich wie möglich zu gestalten. Derzeit wird mit einer Bauzeit von etwa sieben Monaten geplant. Im Herbst soll die Maßnahme vollständig abgeschlossen sein.

„Die Öffnung des Stollens wird nicht nur ein Highlight für alle Bürgerinnen und Bürger, sondern auch ein touristischer Dreh- und Angelpunkt in der Vulkaneifel. Durch eine gezielte Besucherlenkung soll künftig auch der Stadtkern Ulmens profitieren und durch den Publikumsverkehr wiederbelebt werden.“, betont Bürgermeister Alfred Steimers.

Neben der Öffnung des Stollens investiert die Stadt Ulmen in weitere touristische Maßnahmen. Bis Mitte des Jahres soll ein digitaler Gästeführer fertiggestellt werden, der an sogenannten PickPoints auf Sehenswürdigkeiten hinweist und dem Besucher spannende Geschichten über den Ort, seine Besonderheiten und Wissenswertes aufzeigt. Bei allen Projekten steht die Barrierefreiheit im Vordergrund. So auch bei der barrierefreien Gestaltung des alten Postplatzs, wo bis zum Maar eine Schneise im Kopfsteinpflaster mit Verbundsteinpflaster eingelassen wird.