Rheinland-PFalz

Ausschreibung der 5. Förderphase des Projekts KuLaDig-RLP (Kalenderjahr 2023)


Kurzbeschreibung des Projekts „Digitale Erfassung und Präsentation von Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz (KuLaDig-RLP)“ 

Jede Kommune hat ihr spezielles kulturelles Erbe, das lokale Identität stiftet. Ziel des Forschungs-, Modell- und Förderprojekts „Digitale Erfassung und Präsentation von Kulturlandschaften in Rheinland-Pfalz" ist es, die kulturelle Vielfalt in Rheinland-Pfalz systematisch zu erfassen. Das Projekt wird seit 2019 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium finanziert und federführend vom Institut für Kulturwissenschaft der Universität Koblenz durchgeführt. Im Rahmen des Projekts werden ausgewählte Objekte digital wie multimedial aufbereitet, damit verbundene Geschichten werden sichtbar und im Alltag viel seitig nutzbar gemacht, für Einheimische wie Außenstehende. Technische Basis ist das seit 2002 vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) betriebene Informationsportal „Ku LaDig - Kultur.Landschaft.Digital" (www.kuladig.de), ergänzt um weitere digitale Plattformen zur Präsentation von Audio, Video, Online-Storytelling und virtuellen Räumen.

KuLaDig-RLP fördert durch Diskussionen und Projekte vor Ort gezielt eine Kommunalentwicklung „von unten": Welche Objekte des kulturellen Erbes sind uns als Kommune wichtig? Vielleicht die Burg, die Kirche, die Mühle, das Flurkreuz, der Fluss, die Wein berge, das Industriedenkmal? Was stiftet vor Ort Identität und stellt Bezugspunkte für Anekdoten, Bräuche und die Regionalgeschichte dar? Welches Leitthema verbindet diese Objekte? Für welche Zwecke und in welchem Format (etwa als Rundweg, Bildungsangebot oder digitale Schnitzeljagd) wollen wir die Objekte unseres kulturellen Erbes öffentlichkeitswirksam und kreativ in Wert setzen? Ausgangspunkt ist ein modernes Heimats- und Identitätskonzept für Alteingesessene wie Zugezogene: Mithilfe sinnstiftender Orte und Texte können Tradition und Wissen erkannt, erfasst, bewahrt und erlebbar gemacht werden, um gemeinsam die Zukunft im Ort zu gestalten. Ziel des Projekts ist auch, zusammen mit den beteiligten Kommunen Modelle für die Digitalisierung des kulturellen Erbes für ganz Rheinland-Pfalz zu generieren. Im Projekt wurden inzwischen 38 Kommunen bzw. Verbandsgemeinden gefördert und viele Modelle und Formate entwickelt (zu betrachten auf der Projektseite unter http://kuladigrlp.net). 

Was müssen die Kommunen leisten? Das Wissen um den eigenen kulturellen Reichtum liegt in den Kommunen selbst. Dort bildet sich deshalb ein Projektteam, das alle engagierten und fachkundigen Personen der Kommune einbindet. Idealerweise besteht ein solches Projektteam sowohl aus Vertrete rinnen und Vertretern der Kommunalverwaltung als auch der lokalen Touristik. Am wichtigsten ist jedoch, die örtlichen Wissensträgerinnen und Wissensträger (z.B. Personen aus örtlichen Museen, Heimat-, Kultur- und Geschichtsvereinen, Stadtarchiven u. ä.) für das Projekt zu gewinnen. Sie kennen die kleinen Schätze und relevanten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, verfügen über die entsprechenden Quellen, Kenntnisse und Netzwerke. Innerhalb des Projektteams werden verbindliche Ansprechpersonen und Zuständigkeiten klar benannt, um für die Dauer des Projekts eine kontinuierliche Kommunikation mit den Projektverantwortlichen der Universität Koblenz zu gewährleisten. Das lokale Projektteam stellt in seiner Bewerbung in einem Konzept dar, welche ca. zehn Objekte der Kommune in KuLaDig erfasst werden sollen. Wichtig ist insbesondere, ein verbindendes Rahmenthema vorzuschlagen, das alle Objekte umfasst und darüber hin aus das Besondere des eigenen kulturellen Erbes heraushebt. Dabei sollte auch skizziert werden, wie sich die geplanten KuLaDig-Daten am besten für die Kommune verwerten und „auf die Straße", sprich im Alltag an die Nutzerinnen und Nutzer bringen lassen. Die Aufgabe der Ansprechpersonen in der Kommune wird es sein, diesen Prozess in der Kommune kontinuierlich zu steuern sowie eine etwa dreistündige Ortsbegehung mit den Projektverantwortlichen zu organisieren, während der das erarbeitete Konzept vorgestellt und besprochen wird. Darüber hinaus werden die schriftlichen KuLaDig-Beiträge im lokalen Team erarbeitet und in gemeinschaftlicher Arbeit mit Studierenden der Universität Koblenz medial angereichert (z.B. durch Fotos, Audios, Videos). In unserem digitalen Leitfaden finden Sie viele Informationen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu den genannten Punkten unter: https://leitfaden-kuladigrlp.de. 

Was leistet das Projekt? Die Projektverantwortlichen der Universität Koblenz unterstützen die Ansprechpersonen in den Kommunen unentgeltlich und über die gesamte Dauer des Projekts durch ihre inhaltlichen und technischen Kompetenzen, u.a. bei der auf jede Kommune individuell abgestimmten Konzeptentwicklung, der Datenerhebung, der (multimedialen) Datenaufbereitung und der kontinuierlichen Projektsteuerung. Die Integration der Daten in das KuLaDig-Informationssystem erfolgt durch das Projektteam. Durch die langjährige Erfahrung mit KuLaDig und umfangreiche Kenntnisse des bestehenden Datenbestandes unterstützen die Projektverantwortlichen die kommunalen Projektteams mit einer inhaltlichen Impulsgebung und einer wissenschaftlich fundierten Qualitätssicherung. Sie stellen den laufend erweiterten digitalen Leitfaden und Best-Practice-Beispiele bereit. Auch personell unterstützen die Projektverantwortlichen die Kommunen durch studentische Arbeitsgruppen, die mit den kommunalen Ansprechpersonen gemeinschaftlich die Daten erheben, aufbereiten und multimedial ergänzen. Der gezielten Netzwerkbildung dient der Austausch der ausgewählten Kommunen untereinander. Die Nutzung von KuLaDig ist für die Kommunen kostenfrei. Jede Projektkommune erhält zudem eine Anschubfinanzierung von ca. 1000 EUR (inkl. MwSt.), um die eigenen KuLaDig-Beiträge (multimedial) auszugestalten. 

Modalitäten, Termine und FAQ 

  • Adressat der Ausschreibung: Diese Ausschreibung richtet sich an alle Kommunen in Rheinland-Pfalz (insbesondere auch im ländlichen Raum, bei Städten sind auch einzelne Stadtteile oder „Stadtdörfer“ angesprochen), die ihr kulturelles Erbe unterstützt vom Projekt im Informationssystem KuLaDig dokumentieren und präsentieren möchten. Kommunen, die am Zukunfts-Check Dorf teilnehmen, sind ebenfalls eingeladen, sich als KuLaDig-Modellkommunen zu bewerben. Hinweis: Kommunen, die bereits KuLaDig-Modellkommunen waren, können bei der Auswahl der Modellkommunen 2023 nicht erneut berücksichtig werden. 
  • Was KuLaDig ist: KuLaDig - Kultur.Landschaft.Digital. (online verfügbar über www.kuladig.de sowie auch als kostenlose Smartphone-App) ist ein Fachinforma tionssystem über die historische Kulturlandschaft und deren Bestandteile. Die In halte dieses Informationssystems haben einen Bestandsschutz bis mindestens 2050 und können problemlos aus der KuLaDig-Datenbank über technische Schnittstellen auf eigene Webauftritte oder in eigene Applikationen ausgespielt werden. Aufgrund einer Suchmaschinenoptimierung der Seite wird die Sichtbarkeit der Inhalte in der Öffentlichkeit erhöht. KuLaDig verzeichnet im Durchschnitt 65.000 Seitenbesuche im Monat (Stand 2022) und verfügt derzeit ca. 15.000 Ein träge aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Schleswig-Holstein. Das Wissensportal und sein Datenbestand werden stetig weiterentwickelt. 
  • Videokonferenz zur Beantwortung aller Fragen rund um die Bewerbung: Am Freitag, 2.Dezember 2022, steht die Projektleitung allen interessierten Kommunen von 10:00 - 11:00 Uhr und von 14:00 - 15:00 Uhr für Fragen zur Bewerbung zur Verfügung, in einer Videokonferenz in BigBlueButton unter folgendem Link: https://bbb.uni-koblenz.de/b/pro-d64-r3q Eine vorherige Anmeldung zu der Videokonferenz ist nicht nötig: einfach den Link anklicken, den Namen eingeben, auf „Teilnehmen“ klicken und bei Betreten des virtuellen Raums Mikrofon sowie Kamera am eigenen Rechner aktivieren. Die Nutzung des Browsers Chrome wird empfohlen. 
  • Ende der Bewerbungsfrist: 31.01.2023 - Format der Bewerbung: Die Bewerbung (frei formuliert, maximal zwei Seiten Umfang) erfolgt schriftlich per E-Mail oder postalisch an das Projektteam der Universität Koblenz (Anschrift s.u.). 
  • Inhalte der Bewerbung: Kurzvorstellung der Gemeinde, des Projektteams vor Ort und der verantwortlichen Personen. In der Bewerbung sollten die einzelnen Objekte aus der Kommune, die in KuLaDig präsentiert werden sollen, kurz benannt und ein übergeordnetes Rahmenthema / Konzept skizziert werden. Auch das angedachte Verwertungskonzept sollte enthalten sein. 
  • Termine für die Begehung: Die Begehungen vor Ort sind im Mai 2023 in den Kommunen geplant, die genauen Termine werden in Absprache mit den Ansprechpersonen aus den Kommunen festgelegt. 
  • Projektdauer: Kalenderjahr 2023 - Ansprechpersonen / weitere Informationen zur Ausschreibung / Bewerbung: Prof. Dr. Michael Klemm (Projektleiter), Florian Weber, M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt), Christine Brehm (KuLaDig-Kompetenzzentrum für Rhein land-Pfalz bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd)). 
  • Kontakt zur Projektleitung: Universität Koblenz, Institut für Kulturwissenschaft, Projekt KuLaDig-RLP, z.Hd. Prof. Dr. Michael Klemm, Universitätsstraße 1,56070 Koblenz
    E-Mail (an das gesamte Projektteam): kuladigrlp@uni-koblenz.de
    Ausführliche Informationen zum Projekt / FAQ: https://kuladigrlp.net
    Digitaler Leitfaden für das Arbeiten mit KuLaDig: https://leitfaden-kuladigrlp.de 
  • Beispiele für im Landesprojekt erfasste Kommune mit etlichen Objekten und Unterobjekten sowie einer reichhaltigen medialen Ausgestaltung:
    Ortsgemeinde Briedel: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-245654
    Ortsgemeinde Hottenbach: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-343458
    Stadtteil Koblenz-Lützel: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-32304