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AbwasserwerkVerfahren der Klärschlammvererdung Die Klärschlammbehandlung in Schilfbeeten ist ein Verfahren zur Entwässerung und weitgehenden Mineralisierung von biologisch stabilisiertem bzw. teilstabilisiertem Schlamm. Durch die Behandlung erhält der Schlamm eine erdähnliche Struktur. Das Endprodukt mit humusähnlichem Charakter und krümeligem Gefüge bleibt jedoch definitionsgemäß "Klärschlamm “. Das Prinzip der Klärschlammvererdung beruht auf einem natürlichbiologischen Prozess. Die Entwässerung und Mineralisierung des Klärschlammes erfolgt in einem zum Grundwasser abgedichteten Filterbeet, das mit Schilf (Helophyten) bepflanzt ist. Der Überschussschlamm der Kläranlage wird regelmäßig aus dem Belebschlammbecken zu dem Schilfbeet geleitet. Das im Klärschlamm enthaltene Wasser sickert in die Filterschicht des Beetes und wird von dort von den Schilfpflanzen aufgenommen. Ein geringer Teil wird nach Vorreinigung im Schilfbeet und dem Durchsickern der Filterschicht über eine Dränage abgeleitet und dem Zulauf der Kläranlage zugeführt. Der Klärschlamm sackt im Beet einerseits schubweise nach jeder neuen Beladung und andererseits kontinuierlich in sich zusammen. Die Feststoffe des Klärschlammes werden im Verlauf der langjährigen Stapelzeit durch Mikroorganismen und höhere Lebewesen zu einem Erdsubstrat verarbeitet. Durch Mineralisierung wird dabei die Trockenmasse reduziert. Das im Beet verbleibende humusähnliche Erdsubstrat ist biologisch aktiv und nährstoffreich. Als Kompost - bzw. Torfersatz ist es in vielen Bereichen, beispielsweise bei Rekultivierungsmaßnahmen von Steinbrüchen, Lava- oder Tongruben u. a. einsetzbar. Wesentlicher Faktor für die Klärschlammvererdung ist die Einwirkung adaptierter Schilfpflanzen auf den Schlamm, die zu einer relativ schnellen Bodenbildung führt, wie sie auch unter natürlichen Bedingungen an typischen Schilfstandorten abläuft. Das Produkt ist ein braunes, humuserdiges, krümeliges und torfähnliches Material, das bodenkundlich als Mull anzusprechen wäre und mit flüssigem oder abgepresstem Klärschlamm nicht zu vergleichen ist. Der Schichtenaufbau der Klärschlammvererdungsanlage wurde wie folgt ausgeführt (von oben nach unten):
Kornabgestufter Spezialfilterkörper 0,4 m
· Wurzelschutzfolie · Filtratdränage DN 150 , Sohlhöhe · Sandbett 10 cm · Dichtungsfolie HD PE 2,5 mm · Sandbett > = 5 cm · 20 cm dicke verdichtete Filterschicht aus Hartgestein-Mineralgemisch, · Bodenaustausch 30 cm dick, nicht- oder nur geringfügig bindiger Boden · Dränage aus Plastikteilsickerrohren DN > = 150 mm · Fassungsvolumen Klärschlammvererdungsbeet = 1680 m³ Die Klärschlammvererdungsanlage wurde im November 2008 in Betrieb genommen. | Kontakt Verbandsgemeindeverw. Ulmen Marktplatz 1 56766 Ulmen Tel.: 02676/409-0 Fax: 02676/409-500 E-Mail: info@ulmen.de Öffnungszeiten Montag - Donnerstag 08.30 - 12.30 Uhr und 14.00 - 16.00 Uhr Freitag 08.30 - 13.00 Uhr Öffnungszeiten Bürgerbüro Montag - Mittwoch jeden 3. Donnerstag bis 18.00 Uhr |